8 Tipps für ein erfolgreiches Auftreten

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Lerne, welches Verhalten dich aufsteigen lässt

Es gibt eine unsichtbare Kraft, die unser gesamtes Leben untermalt. Sie kann darüber entscheiden, ob wir bei Vorstellungsgesprächen brillieren, einen Kita-Platz ergattern, ohne Reservierung einen Tisch im Restaurant bekommen oder zur Grillparty des Chefs eingeladen werden. Die Rede ist vom Habitus – also der Gesamtheit unseres Auftretens, einer Mischung aus Denk- und Verhaltensgewohnheiten, Stil und Persönlichkeit. Und genau dieser Habitus entscheidet darüber, wie weit wir es auf der sozialen Leiter bringen. Anders ausgedrückt: wie viel Erfolg wir im Leben haben werden.

Die gute Nachricht daran ist, dass Habitus kein Hexenwerk, sondern durchaus erlernbar ist. Diese Blinks erklären, welche Verhaltensweisen den berühmten feinen Unterschied ausmachen. Sie werfen ein Licht auf die subtilen Regeln und Codes, die einem die Türen bis ganz nach oben öffnen und beleuchten, welche Denkgewohnheiten langfristig erfolgreiche Menschen mitbringen.

Du wirst außerdem herausfinden,

  • was Menschen auf frustrierende Weise mit Tüpfelhyänen verbindet,
  • warum es deinem Habitus schadet, wenn du zu viele Gewichte im Fitnessstudio stemmst, und
  • was gehobene Sprache mit einem Langstreckenflug gemeinsam hat.

Dein Auftreten entscheidet über deinen Erfolg im Leben

Hast du schon einmal von der Tüpfelhyäne gehört? Schaden würde es dir auf jeden Fall nicht, denn wir Menschen haben mit den afrikanischen Raubtieren mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Das gilt insbesondere dafür, wie wir uns in soziale Rangordnungen einsortieren.

Der soziale Lebensweg einer Tüpfelhyäne ist von Geburt an weitgehend vorgezeichnet. Rangniedere Jungtiere müssen schon bald mit auf die Jagd, während höherrangige Elterntiere andere für sich jagen lassen. Der soziale Status wird von Generation zu Generation weitergegeben, wobei die genetische Herkunft keine Rolle spielt. Wird bspw. ein Neugeborenes von einem Muttertier adoptiert, übernimmt es automatisch den Status der Adoptivmutter.

Auch bei uns Menschen bestimmt die soziale Herkunft unsere Startbedingungen fürs Leben. Die Umstände, unter denen wir aufwachsen, prägen die Art, wie wir die Welt sehen, wie wir uns in ihr bewegen, welche Erwartungen und Erfolgschancen wir haben.

Und all das spiegelt sich auch in unserem Habitus wider. Ob wir mit unserer Familie nach Mallorca zum All-Inclusive-Urlaub fliegen oder nach St. Moritz in den Skiurlaub fahren, ob wir unsere Freizeit mit der Playstation verbringen oder lieber Bücher lesen, ob wir ein Sparschwein geschenkt bekommen oder einen Aktienfonds – all das formt nicht nur unseren Habitus, sondern auch unsere Erfolgschancen im Leben.

Denn ob wir wollen oder nicht: Unser Habitus signalisiert anderen, wo wir in der gesellschaftlichen Hackordnung stehen. Das kann uns Möglichkeiten eröffnen, aber auch Türen verschließen. Denn auch im 21. Jahrhundert ist das Gebaren des Großbürgerlichen immer noch angesehener als das eines Arbeiters oder Bauern.

Aber wie kommt ein Habitus überhaupt zustande? Du kannst dir den Habitus als eine Summe aus sieben Kapitaltöpfen vorstellen: Es gibt materielles, soziales, kulturelles, sprachliches, psychologisches und physisches Kapital sowie Wissenskapital. Je mehr du alle diese Töpfe füllst, desto höher kannst du dich in der sozialen Pyramide positionieren.

Und das unterscheidet uns dann doch von den Tüpfelhyänen: Wenn wir hoch hinaus wollen, können wir in unsere Kapitaltöpfe investieren und den Habitus höherer sozialer Schichten erlernen. Der neue Lebensstil führt zu Akzeptanz und Erfolg in sozialen Milieus, die uns sonst verschlossen geblieben wären. Wie du deinen Habitus in den einzelnen Bereichen aufpolieren kannst, erfährst du in den folgenden Abschnitten.

Der Umgang mit Wissen ist wichtiger als das Wissen selbst

Studien zeigen es immer wieder: Bildung gehört zu den Investitionen mit der besten Rendite. Nicht zufällig haben über 90 Prozent der deutschen Elite einen Hochschulabschluss. Trotzdem sind nicht allein die akademischen Titel der Schlüssel zum Aufstieg in die Upperclass.

Auch die Kinder des Mittelstands lernen von klein auf, dass Bildung wichtig ist. Ihre Eltern bringen ihnen bei, dass man sich mit Ehrgeiz, Disziplin und Leistungsbereitschaft ein gutes Leben erarbeiten kann. Sie schicken den Nachwuchs aufs Gymnasium, investieren nötigenfalls in Nachhilfe – Hauptsache, am Ende machen Marie und Leon Abitur.

Anders in der Elite: Maximilian, Sohn einer reichen Unternehmerfamilie, ist schon früh bei gesellschaftlichen Empfängen seiner Eltern dabei, diskutiert beim Abendessen über die aktuelle Wirtschaftspolitik und geht für das Studium in die USA. Man weiß, ganz oben zählen nicht allein das Fachwissen und die Abschlüsse, es kommt zusätzlich auf Verantwortungsbewusstsein, Parkettsicherheit, kritisches Denken und Weltgewandtheit an.

Ist alles Streben von Marie und Leon also umsonst? Nein. Ein Hochschulabschluss ist Grundvoraussetzung, um Führungsfunktionen zu übernehmen, und fundiertes Sachwissen ist weiterhin wichtig. Es vermittelt Selbstsicherheit: Ich kann, was ich sage, und ich weiß, was ich tue. Doch trotz gleicher Qualifikation kommen Kinder aus gutem Hause laut Studien doppelt so oft zum Zug wie aufstrebende Talente aus mittleren sozialen Schichten. Woran liegt das?

Ganz einfach: Akademische Würden alleine reichen eben nicht, um ganz oben mitzuspielen. In der Topliga wird eine Kombination aus fundiertem Spezial- und gesundem Halbwissen geschätzt. Großbürgerkinder lernen früh, über den eigenen Tellerrand zu schauen. In Gesellschaftsclubs wie Lions oder Rotary halten Mitglieder regelmäßig kurze Vorträge, sodass die Teilnehmer über die Jahre Einblicke in viele fachliche Disziplinen gewinnen. Wer heute in zwei, drei Themen Spezialkenntnisse mitbringt und diese in ein breites Überblickswissen einordnen kann, erhöht seinen Marktwert.

Doch vor allem haben die Eliten eines verstanden: Es reicht nicht, Wissen anzuhäufen – man muss auch in der Lage sein, konkreten Wert daraus zu schöpfen. Zu ihren wichtigsten Fähigkeiten zählt deshalb, Wissen kompakt aufbereiten zu können, zu verknüpfen und anzuwenden. Die Schlüsselkompetenz liegt also weniger im Lerneifer, als vielmehr in der Kreativität und dem Mut, das Gelernte zu seinem Vorteil zu nutzen.

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Wofür wir unser Geld ausgeben, zeigt unseren sozialen Status

Es gibt wohl kein Stück Papier, das so viel über unsere soziale Stellung aussagt wie der Kontoauszug. Je mehr Ziffern unser Guthaben anzeigt, desto besser geht es uns, sowohl finanziell als auch emotional. Doch auch wenn du noch kein Millionär bist, kannst du jederzeit deinen materiellen Habitus aufbessern und dich auf den Sprung nach oben vorbereiten – entscheidend dabei ist, dass du dein Geld für die richtigen Dinge ausgibst.

Sollte der Großteil deines Geldes für Lebensmittel, Miete und Freizeitvergnügen draufgehen, gehörst du wahrscheinlich nicht zur habituellen Finanzelite. Denn Wohlhabende verwenden ihr Geld traditionell anders. Sie leisten sich die besten Anwälte, um ihr Recht einzufordern, kaufen sich große Grundstücke, um ihre Privatheit zu zelebrieren, und rücken den Zeichen des Alterns mit Laser und Skalpell zu Leibe. Vor allem aber investieren sie und versuchen ihr Vermögen stets zu vermehren – und das steht auch Otto Normalverbrauchern offen!

Lege daher dein Kapital klug an und lass es für dich arbeiten. Dabei ist es eine gute Idee, einen Teil in Aktien zu investieren. So machen es auch die Superreichen: einer Studie zufolge haben sie 30 Prozent ihres Vermögens in Aktien investiert. Lass dich unabhängig beraten und achte auf eine Risikostreuung.

Hast du es zu erstem Vermögen gebracht, vergiss nicht, dass der Kontostand allein dich nicht automatisch zur High Society dazugehören lässt. Im Gegenteil: Es lauert die Gefahr, als Neureicher abgestempelt zu werden. Trag deinen Reichtum also nicht wie Robert Geiss schrill und laut vor dir her, sondern gib dich lieber bescheiden.

In der etablierten Oberschicht ist vornehme Zurückhaltung angesagt. Man genießt gute Qualität und High-end-Produkte, ohne es an die große Glocke zu hängen. Es sei denn, man möchte als Vertreter des schlechten Geschmacks auffallen.

Das persönliche Umfeld kann uns beim sozialen Aufstieg entweder hindern oder helfen

Weißt du, was passiert, wenn man lebende Krabben in einen Korb wirft? Nach kurzer Zeit wird die erste von ihnen versuchen, an der Wand hoch und in die Freiheit zu klettern. Und was machen die anderen? Sie helfen der Krabbe nicht etwa, sondern zerren sie wieder nach unten! Menschen sind da leider gar nicht so anders.

Du hast eine tolle neue Projektidee, willst deinen Job wechseln oder eine Weiterbildung machen? Egal, auf welche Weise du dich auf den Weg in ein besseres Leben aufmachst – du wirst sehr wahrscheinlich auf Einwände treffen wie „Das passt doch gar nicht zu dir“, „Das ist doch viel zu riskant“ oder „Sind wir dir nicht mehr gut genug?“ Denn ganz gleich, in welchem sozialen Milieu: Menschen neigen dazu, ihre Gruppen zusammenhalten zu wollen. Wissenschaftler bezeichnen das als den Krabben-Effekt.

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Heißt das, dass wir alle Verbindungen zu unseren Freunden und Bekannten abbrechen müssen, wenn wir aufsteigen wollen? Nein. Aber es ist hilfreich, wenn wir uns vermehrt unter Menschen begeben, die bereits da sind, wo wir hinwollen. Nehmen wir z.B. an, du trittst in einen Segelclub ein. Wenn du vorher noch nie mit Segeln zu tun hattest, wirst du wahrscheinlich genau beobachten, was die anderen tun, wie sie sich verhalten, miteinander umgehen, reden etc. Und dann versuchen, es zu imitieren.

Mimikry, also Nachahmung, gehört zu den effektivsten Methoden, um zu lernen und unseren Habitus zu verändern. Dabei braucht man allerdings einen langen Atem: Man muss seine Kontakte kontinuierlich pflegen, sonst verliert man sie. Die Oberschicht hat das besser verinnerlicht als die gestresste Mittelschicht, die höchstens zeitoptimiertes Networking betreibt. In der Oberschicht lädt man hingegen zu Gartenpartys und Kaminabenden, gratuliert zum Geburtstag und engagiert sich in Kuratorien. Berufliche und private Kontakte fließen ineinander.

Willst du tragfähige Verbindungen zu Menschen aufbauen, die deine Werte und Vorstellungen teilen, dann reicht es nicht, dich kurz beim Smalltalk bekannt zu machen. Es zählen die vermeintlichen Kleinigkeiten: Merk dir den Geburtstag deines neuen Kontakts, die Namen seiner Kinder, freu dich über seine Erfolge, bedanke dich für Unterstützung. Und versuche, die kulturelle Wellenlänge deines Gegenübers aufzugreifen.

Kulturelles Kapital ist das Startgeld für den sozialen Aufstieg – aber auch die schwierigste Hürde

In den 1980er-Jahren war der Name Maximilian noch vorwiegend in gehobeneren Kreisen üblich. Doch um die Jahrtausendwende erlebte er einen Boom, und was vorher nach Prestige und Wohlstand geklungen hatte, wurde zum Durchschnittsnamen. Wer sich von der breiten Masse absetzen wollte, musste sich nun mit Samuel oder Louis behelfen, bis auch diese ihren Weg in den Mainstream fanden…

Das kulturelle Kapital – also die Manieren, Werte und Kultur einer Person – ist der Teil des Habitus, der mit am meisten Prestige einbringt. Doch was als kulturell hochstehend gilt und was nicht, unterliegt Trends. Es ist also nicht damit getan, einmal den Kanon der Hochkultur auswendig zu lernen. Wer sein kulturelles Repertoire aufbessern möchte, muss erkennen, welche Entscheidungen derzeit von Kultiviertheit zeugen und welche eher nicht.

Die Chancen, sich kulturelles Kapital anzueignen, sind dabei zwischen Mittel- und Oberschicht ungleich verteilt. Wer schon als Kind Segeln, Golf oder Polo Spielen gelernt hat, ist darin souveräner als derjenige, der sich erst mit Mitte 30 in einem Anfängerkurs anmeldet. Selbst wenn man irgendwann das Geld hat, um zu den Richard-Wagner-Festspielen zu gehen, sich auf einer Vernissage mit angesagten Künstlern zu umgeben oder in 5-Sterne-Hotels abzusteigen – oft fehlen dem Aufsteiger die intimen Kenntnisse und der selbstverständliche Umgang mit der Materie.

Wer kulturell aufrüsten will, muss daher frühzeitig trainieren, selbst wenn seine finanziellen Mittel ihm den Zugang zu den angestrebten Sphären noch nicht erlauben. Um die soziale Hürde leichter zu nehmen, empfiehlt sich die regelmäßige Lektüre von Büchern und Magazinen wie Cicero, Hohe Luft, F.A.Z. Quarterly, Brand eins und Architectural Digest. Sie verschaffen einem den nötigen Überblick über die kulturellen Themen, die die oberen Schichten bewegen.

Die Prenzlberg-Mutter, die morgens zum Yogakurs geht, nachmittags ihre Tochter zum Voltigieren bringt, am Feierabend ihren Roman schreibt und nebenbei noch darauf achtet, dass die Familie ökologisch nachhaltig lebt, hat es zu einigem Wohlstand gebracht. Doch gibt es ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zwischen dieser aufstrebenden Mittelschicht und der Oberschicht, und das ist: Zeit. Nur wer allen Verpflichtungen nachkommt und dabei auch noch entspannt aussieht, hat es wirklich geschafft.

Ein gehobener Körperhabitus verschafft Ansehen

Wer wir sind, woher wir kommen und wie es uns gerade geht – all das lässt sich von unserem Körper ablesen. Er ist ein mieser Verräter. Darum lohnt es sich, mit Disziplin, aber auch gelassen in das eigene Körperkapital zu investieren. Denn spätestens ab 40 ist das die Voraussetzung, um jene unangestrengte, authentische Ausstrahlung an den Tag zu legen, die charakteristisch für einen gehobenen Habitus ist.

Kleidung und Aussehen senden stille Botschaften. Das war im Barock und Mittelalter so, und das ist heute nicht anders: Wer dem herrschenden Ideal entspricht, hat es leichter im Leben.

Wer attraktiv ist, verkörpert Status, Leistungsbereitschaft, Gesundheit und Sexappeal. Zurzeit herrscht als Ideal des Attraktiven ein Mix aus Optimierung und richtigem Maß. Man ist schlank, aber nicht zu dünn, trainiert, aber nicht sportbesessen. Man lebt gesund, aber nicht verbissen, man macht sich zurecht, aber ohne dabei erkennen zu lassen, wie viele Stunden man vor dem Spiegel verbracht hat.

Während die unteren Schichten ihre Gesundheit eher als gegeben betrachten, investieren obere Schichten aktiv in ihren Körper, ihre Gesundheit und ihre Attraktivität. Personal Trainer, Trinkampullen, Wellness-Retreat, Faltenunterspritzung – was technisch und finanziell möglich ist, wird genutzt, um das Äußere aufzubessern. Vieles, was der Gesundheit guttut, steht allerdings auch Menschen mit schmalem Geldbeutel offen: Zucker, Zigaretten und Soft Drinks einschränken, dafür mehr grünes Gemüse essen und Wasser trinken, mehr Bewegung, Entspannung und guter Schlaf.

Wer trotzdem nicht alle Register im Kampf gegen die Zeichen der Zeit ziehen kann oder will, muss nicht in Depression verfallen. Noch wichtiger als Jugendlichkeit sind Haltung, Persönlichkeit und Charakter. Dabei ist Haltung ganz buchstäblich zu verstehen. Studien haben gezeigt, dass wir selbstbewusster denken und handeln, wenn wir uns körperlich aufrichten und breit machen. Eine offene Körperhaltung stärkt zudem die Ausstrahlung. Wer sich den Habitus ranghöherer Menschen aneignen will, sollte darauf achten, seinen Kopf erhoben zu tragen und lange, bewusste Schritte zu setzen. Hektische Bewegungen vermitteln inneren Druck und Übereifer, wohingegen ein ruhiges Auftreten Erhabenheit kommuniziert.

Aussehen, Auftreten und Benehmen machen 50 Prozent des ersten Eindrucks aus. Es lohnt sich also, hier zu investieren. Ähnlich wichtig ist die Art und Weise, wie wir uns mitteilen und welche Sprache wir verwenden.

Die Elite pflegt eine eigene Sprache

„Ich möchte Sie bitten, mir jegliches Ungemach zu verzeihen, das Ihnen durch meinen Duktus zugefügt worden sein mag…“ – So muss natürlich niemand reden! Nichtsdestotrotz spricht unsere Sprache Bände über unseren Habitus. Wer „das einzigste“ anstatt „das einzige“ sagt, oder findet, dass er„besser als wie du“ ist – der muss eben damit rechnen, dass das Ansehen beim Gegenüber in Sekundenschnelle in den Keller rutscht.

Sprachwissenschaftler unterscheiden zwischen zwei grundlegenden Arten, sich mitzuteilen: dem restringierten und dem elaborierten Code. Ersterer ist in den unteren Gesellschaftsschichten Alltag. Hier formuliert man konkret und emotional, verwendet häufig Abkürzungen und einfach gebaute, kurze Sätze sowie gerne auch schon tausendmal gehörte Redewendungen. Gespickt wird das Ganze mit allerlei Worten, die im US-Fernsehen weggepiepst würden.

Der elaborierte Code dagegen ist die Sprache der gehobenen Schicht. Man bemüht sich um wertfreie Argumentation, Themen werden abstrakt erörtert, man tauscht sich in geschliffenen Formulierungen aus und erzählt in Spannungsbögen, ohne in epische Monologe zu verfallen.

Die vielleicht wirkungsvollste Maßnahme, um dem eigenen Sprachhabitus ein Upgrade zu gönnen, bezieht sich nicht auf einzelne Formulierungen, sondern ist grundlegender Natur. Denk an einen Langstreckenflug: Wer hier Business oder First Class fliegt, also mehr Raum hat, steht im sozialen Gefüge höher und genießt mehr Ansehen. So ist es auch mit der Sprache. Die oberen Schichten wählen ihre Worte bewusst und lassen sich Zeit beim Sprechen, anstatt einfach drauf loszureden. Sie nehmen sich Raum. Dieses Upgrade steht dir jederzeit zur Verfügung, ganz ohne Aufpreis. Und wenn du dann deinen Körper beim Reden noch aufrichtest und auf eine klare Artikulation achtest, gewinnt deine Sprache zusätzlich an jener Kraft und Souveränität, die für die oberen Schichten typisch ist.

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Bessergestellte entwickeln sich weiter

Wusstest du, dass Frauen heute typischerweise mit 30, Männer mit 33 Jahren heiraten? Im Vergleich zu den 1970er-Jahren hat sich die Zeit vor der Ehe um acht Jahre verlängert. Das ist nicht nur eine kleine Randnotiz, sondern hat unsere Gesellschaft grundlegend verändert. Denn junge Menschen haben heute nicht nur mehr Zeit, um nur ihre Ausbildung abzuschließen, sondern auch ihre Persönlichkeit zu entwickeln.

Musikalische Frühförderung, ein Gap Year in Australien oder Zeit, um in der Einliegerwohnung der Eltern die eigene Geschäftsidee umzusetzen – persönliche Weiterentwicklung ist längst kein Privileg der oberen Schichten mehr. Auch Eltern der Mittelschicht geben ihren Kindern immer häufiger ein Umfeld, in dem sie lernen, selbstständig und kreativ zu denken, eigene Projekte auszuprobieren und mentale Stärke zu entwickeln. Die Kluft zur oberen Schicht schrumpft.

Was die Mittelschichtskinder von den reichen Erben jedoch weiterhin unterscheidet, ist der Mut zum Risiko. Und das aus gutem Grund: Wer ohne Karabiner zur Bergbesteigung aufbricht und deswegen lieber eine einfache Route wählt statt die Steilwand, ist nicht überängstlich, sondern verhält sich situationsangemessen. Denn ohne ein absicherndes Vermögen im Hintergrund ist es nur vernünftig, sich nicht auf jede riskante Idee einzulassen. Doch wie kannst du dich auch ohne finanziellen Sicherheitsgurt dem Habitus der Topliga annähern?

Vor allem durch die Überzeugung, dass dein Ich verbesserlich ist. Die US-amerikanische Psychologieprofessorin Carol Dweck spricht vom dynamischen Selbstbild. Und das ist nicht den oberen Kreisen vorbehalten. Statt zu denken „Ich kann eben kein Mathe“, was leicht zur selbsterfüllenden Prophezeiung wird, halten sich Menschen mit einem dynamischen Selbstbild für lernfähig.

Vor allem in der jüngeren Generation ist diese Denkweise im Aufwind. Ihre Anhänger suchen ständig nach neuen Erfahrungen, vermehren ihr Wissen, knüpfen mehr Kontakte und erreichen letztlich mehr. Diese Haltung wird als Growth Mindset bezeichnet und ist die wichtigste Voraussetzung für den Sprung nach ganz oben.

Eine Lektion Babbel am Tag, einen neuen beruflichen Kontakt pro Monat knüpfen, jeden Tag zehn Minuten meditieren… Egal, welche Ziele du verfolgst – um deinen Habitus zu verändern, brauchst du Kontinuität. Gepaart mit der Überzeugung, dass du dich auch wirklich verändern kannst, wirst du deinem Ziel schließlich in vielen kleinen Schritten näher kommen.

Zusammenfassung

Die Kernaussage dieser Abschnitte ist:

Der Habitus ist die gläserne Wand, an die wir stoßen, wenn wir über unsere soziale Herkunft hinauswachsen wollen. Denn in uns fremden sozialen Milieus gelten andere, oft ungeschriebene Regeln. Wir können diese Regeln allerdings lernen und unseren Habitus an unsere Zielumgebung anpassen. Das setzt voraus, dass wir an unsere Lernfähigkeit glauben und uns in kleinen Schritten kontinuierlich weiterentwickeln. Dabei sollten wir uns bemühen, unser Kapital an Wissen sowie unseren materiellen, sozialen, physischen, kulturellen, sprachlichen und psychologischen Reichtum stetig zu vermehren.

Was du konkret umsetzen kannst:

Never explain, never complain.

Wenn du im Leben weiterkommen willst, suche nicht nach Entschuldigungen und beschuldige nicht andere. Eliten stehen zu ihren Fehlern und lernen aus ihnen.

Lies mindestens 30 Minuten täglich.

Mach es wie die Superreichen und lies mehr. Reichenforscher Thomas C. Corley hat in einer Fünf-Jahres-Studie herausgefunden, dass 88 Prozent der Wohlhabenden mit einem Vermögen von mehr als 3 Millionen US-Dollar mehr als 30 Minuten am Tag lesen, vor allem Fach- und Sachbücher sowie Biografien großer Persönlichkeiten. 

Setze dir messbare Ziele.

Vermögende verfolgen klar messbare Ziele. 70% der Reichen haben sich in der Corley-Studie mindestens ein großes Ziel im Jahr gesetzt, bei Ärmeren waren es nur 3%. In unteren Gesellschaftsschichten glaubt man eher an Schicksal und glücklichen Zufall. Willst du nach oben, halte es wie die Elite und werde sprichwörtlich deines eigenen Glückes Schmied.

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