Ein Crashkurs zum Thema Kryptowährungen

Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum gelten als die Zukunft des digitalen Zahlungsverkehrs.

Die zugrundeliegende Blockchain-Technologie gilt manchen sogar als Wegbereiter für die Demokratie 2.0, mit wirklich dezentralen Entscheidungsprozessen und echter Transparenz.

Das Problem ist nur, dass Kryptowährungen für viele Menschen v.a. eines sind: kryptisch.


Dieser Artikel gibt eine wirklich verständliche und simple Erklärung zu dieser Technologie, die die Welt einfacher machen soll.

Ich bringe auf den Punkt, wie die Blockchain funktioniert und wie Kryptowährungen den weltweiten Zahlungsverkehr zum Besseren verändern können.


Du lernst in diesem Crashkurs:

  • wem wir derzeit unser Geld anvertrauen,
  • warum es gut ist, dass Kryptowährungen den Banken Konkurrenz machen,
  • und was das Ganze mit hochkomplexen Puzzlespielen zu tun hat.

Die 3 wichtigsten Funktionen von Geld

Was ist Geld?

Könntest du das aus dem Stegreif beantworten?

Warum verdienen, bezahlen und handeln wir, wie wir es tun?

Um zu verstehen, wie Kryptowährungen funktionieren, lohnt sich der Blick in die Geschichte der Zahlungsmittel.


Modernes Geld hat drei wesentliche Funktionen: Es ist gleichzeitig transportables Zahlungsmittel, Wertaufbewahrungsmittel und Rechenmaßstab.

Vor 10.000 Jahren besiegelten die Menschen ihre Tauschgeschäfte noch mit Salz, Zucker oder Tieren. Das hatte offensichtliche Nachteile:

Schafherden ließen sich nicht über weite Strecken transportieren und sowohl Zucker als auch Salz waren gegenüber der Witterung empfindlich und damit nicht ewig lagerbar.

Daher begannen die Menschen ab ca. 2.000 v.Chr., Gold als Zahlungsmittel zu verwenden.


Gold war im Vergleich leicht transportierbar, unveränderlich und von Natur aus knapp und wertvoll. V.a. aber war es fungibel:

Jede Unze Gold war bzw. ist genauso viel wert wie jede andere. Gold eignete sich also perfekt als Tauschmittel und Rechnungseinheit. Im Gegensatz zu Edelsteinen wie Diamanten, die je nach Farbe, Schliff und Reinheit unterschiedlich viel wert sind.


All das führte dazu, dass die Menschen auf Gold vertrauten. Genau dieses Vertrauen ist die wichtigste Voraussetzung dafür, dass eine Währung funktioniert.

Die Menschen akzeptierten Gold als Bezahlung für ihre Waren oder Gegenleistungen, weil sie wussten, dass sie später selbst damit würden bezahlen können.


Mit der Zeit aber erwies sich auch Gold als nur bedingt alltagstaugliches Tauschmittel. Es war schwer und in größeren Mengen umständlich zu transportieren. Eine Unze Gold ließ sich nicht ohne Weiteres in zwei, fünf oder zehn gleiche Teile teilen.

Außerdem begannen Fälscher, reines Gold mit minderwertigen Metallen wie Kupfer zu strecken. Daher setzte sich ab dem 15. Jahrhundert ein neues Zahlungsmittel durch: das Papiergeld.

Papiergeld war transportabel und beliebig reproduzierbar. Je aufwändiger man es druckte, desto schwieriger war die Fälschung des Papiers.


Und es hatte anfangs einen realen Gegenwert. Wer eine Goldmünze zur Bank brachte, erhielt einen Schuldschein, der jederzeit zum Rücktausch gegen das Goldstück berechtigte.

Durch diesen Gegenwert, den sogenannten „Goldstandard“, wurde das Papier selten und wertvoll und konnte seinerseits als Zahlungsmittel verwendet werden.

Crashkurs-Kryptowährungen

Geldinstitute heute

In den 1920er-Jahren wurde es dann richtig spannend.

Der Finanzsektor beschloss, den Goldstandard aufzuheben. Die wenigsten Menschen bestanden je darauf, ihre Schuldscheine in Gold zurückzutauschen.

Also konnten die Zentralbanken beliebig viel mehr Geld drucken, als Gold vorhanden war. Aber Moment: Worauf stützte sich denn dann das Vertrauen?


Genau das ist die Gretchenfrage. Das ganze moderne Geldsystem basiert auf Vertrauen, aber das Vertrauen selbst hat keine feste Grundlage.

Seit der Aufhebung des Goldstandards hat unser Papiergeld keinen inneren Wert mehr. Du kannst nicht mit einem Fünfeuroschein zur Bank gehen und es gegen Silber oder Gold eintauschen.

Man bezeichnet es daher als Fiatgeld. „Fiat“ ist Lateinisch und bedeutet wortwörtlich so viel wie „es werde“ oder „es geschehe“.


Unser Fiat-Geldsystem wird durch staatliche Zentralbanken organisiert. Sie allein bestimmen, wie viel Geld im Umlauf ist.

Unser Geld behält seinen Wert nur dann, wenn die Zentralbank nicht beliebig viel neues druckt und eine Inflation herbeiführt. Wie wir wissen, nutzen Zentralbanken ihre Kontrolle über die verfügbare Geldmenge aber häufig als finanzpolitisches Instrument.

Sie vermehren und verknappen es, um die Stimmung in der Wirtschaft zu beeinflussen.
Uns als Bürgern bleibt also nichts anderes übrig, als all diesen zentral organisierten Institutionen zu vertrauen.

Wer sich näher mit dem Thema und der Geschichte des Geldes auseinander setzen möchte, kann sich das unten verlinkte Video ansehen. Nicht alles, was Herr Hörmann hier aufführt, würde ich so unterschreiben. Aber es gibt einen guten Überblick und erweitert auf jeden Fall den Horizont:

Die Zentralbank und der Staat steuern die Geldmenge. Die Zentral- und Privatbanken legen die Zinssätze für die Kredite fest, mit denen wir uns Liquidität verschaffen.

Dazu kommt, dass Privatbanken unsere Überweisungen nur während ihrer Geschäftszeiten durchführen und für alle ihre Dienstleistungen Gebühren verlangen.


All das macht uns abhängig. Darum wurde lange fieberhaft nach einer Alternative gesucht. Es musste doch ein Zahlungsmittel geben, das dezentral und transparent verwaltet werden könnte und trotzdem vertrauenswürdig wäre!

Das entscheidende Problem war natürlich die Wertaufbewahrung. Denn wie sollte der Wert einer solchen neuen Währung ohne realen Gegenwert oder zentrale Kontrolle gesichert werden?


2008 fanden die Vordenker und Entwickler endlich eine Lösung für dieses Problem: die Blockchain-Technologie.

Kryptowährungen – Was ist die Blockchain-Technologie?

Wenn eine digitale Währung dezentral organisiert ist, also quasi jeder über sein eigenes digitales Geld verfügt – wie kann man dann verhindern, dass die Leute ihr Geld doppelt ausgeben?

Genau dieses sogenannte Double-Spending-Problem war lange Zeit der Knackpunkt bei der Entwicklung digitaler Währungen.


2008 wurde unter dem bis heute unaufgedeckten Pseudonym Satoshi Nakamoto ein Whitepaper veröffentlicht, das das Problem mittels der Technologie Blockchain löste.

Das Traktat hieß übersetzt Bitcoin: ein elektronisches Peer-to-Peer-Cash-System.


Eine Blockchain ist im Grunde eine zwischen allen Mitgliedern einer Community verwaltete Transaktionshistorie. Alle Teilnehmer des Netzwerks haben zu jedem Zeitpunkt Zugriff auf eine Verlaufsdatei, in der jede einzelne Handlung gespeichert wird.

Dadurch würde es sofort auffallen, wenn ein Nutzer eine bestimmte Transaktion doppelt ausführt. Für das Double-Spending-Problem bedeutet das:

Die doppelte Verwendung ein und desselben digitalen Geldes würde sofort für Unstimmigkeiten in der Transaktionshistorie sorgen – und auffliegen.


Das ist die entscheidende Verbindung zwischen der Blockchain und einer Kryptowährung wie Bitcoin.

Bei einer dezentralen digitalen Währung wie Bitcoin werden alle Transaktionen aller Teilnehmer in einer Blockchain gespeichert.

Die Einträge in der Bitcoin-Blockchain werden durch einen Algorithmus kryptografisch verschlüsselt – daher der Name Kryptowährung.

Kryptowährungen-erklaert


Wie aber funktioniert ein Blockchain-Netzwerk nun?

Zunächst einmal brauchst du einen Zugang. In der Blockchain erhältst du dafür einen Private Key, also eine Art zufällig generiertes Passwort.

Dazu kommt deine individuelle Public Address, ein automatisch berechnetes und hochsicheres Pendant zur E-Mail-Adresse.

Sie wird von deinem Private Key abgeleitet. Stell dir einfach vor, dein Private Key wäre die Zahl 8, und deine Public Address deren Potenz 64.


Bei Bitcoin ist dieser Vorgang natürlich hochkomplex. Die Berechnung von Private Key zu Public Address erfolgt zwar einfach und automatisch.

Umgekehrt ist es aber nahezu unmöglich, den Private Key aus der Public Address abzuleiten.

Dadurch ist dein Private Key so gut wie unknackbar. Solltest du einem Blockchain-Netzwerk beitreten, merke dir, dass du deinen Private Key niemals und unter gar keinen Umständen preisgeben darfst.

Wer ihn besitzt, kontrolliert das Geld, das mit deiner Public Address empfangen und versendet wird.

Wenn du mehr über das Thema Blockchain-Technologie wissen möchtest, habe ich hier bereits einen ausführlichen Artikel dazu geschrieben.

Kryptowährungen – Was sind Blockchain-Communitys?

Nun hast du also deine Zugangsdaten: deine Public Address und deinen Private Key.

Wie geht’s weiter? Was passiert konkret, wenn du dein digitales Geld an einen anderen User überweist?


Um das zu verstehen, musst du wissen, wer was in der Blockchain-Community macht.

Es gibt drei Arten von Mitgliedern: User, Nodes und Miner.

Die meisten Mitglieder sind einfache User wie du. Sie wollen Zahlungen tätigen und empfangen.

Wenn du als User nun eine bestimmte Anzahl von Bitcoins überweisen willst, wird deine Transaktion an die Nodes und Miner weitergeleitet. Aber gehen wir Schritt für Schritt.


Als erstes landet deine Transaktion bei den Nodes. Sie verifizieren deine Anfrage, d.h. sie prüfen, ob deine Transaktion mit deinem Private Key signiert wurde, ob du genügend Bitcoins für deine Überweisung besitzt und an welche Public Address sie gesendet werden sollen.

Besonders wichtig ist, dass dabei zahlreiche Nodes parallel die gesamte Blockchain herunterladen.

So stellen sie sicher, dass das Netzwerk wirklich dezentral kontrolliert wird. Anschließend leiten sie die Transaktion an die Miner weiter.


Die Miner sind die einzigen Teilnehmer der Community, die sich einen aktiven Schreibzugriff auf die Blockchain erarbeitet haben.

Sie prüfen und verifizieren die Transaktion ein weiteres Mal, bevor sie sie tatsächlich durchführen, indem sie sie in die Blockchain einschreiben.

Um in den aktuellen Block der Blockchain schreiben zu dürfen, benötigen sie eine Art Schlüssel: einen Hash.

Und um den zu finden, müssen sie sich buchstäblich tief in die bisherige Blockchain hineingraben. Daher die Bezeichnung Mining.


Dieser dezentrale Prüf- und Schreibprozess wird als Konsens bezeichnet. Die Miner einigen sich sozusagen darauf, dass die Transaktion gültig ist und in einen bestimmten Block der Blockchain gepresst wird, damit sie anschließend weiter für alle Teilnehmer identisch ist.

Um zu verhindern, dass Miner falsche Transaktionen tätigen, Informationen verändern oder sich selbst ein paar Millionen Bitcoins zuweisen, erfolgt der Schreibprozess nach festen kryptographischen Regeln.


Das Mining ist so aufwändig, dass die Miner auch einen Anreiz für ihre Mühen brauchen. Sie erhalten eine Mining Fee, also eine Art Bonus als Belohnung für jeden neu hinzugefügten Datenblock.

Du denkst dir gerade “Whaaaaat?” Keine Sorge! Wir gehen im Folgenden näher darauf ein.

Blockchain-Technologie-erklaert

Kryptowährungen – Der Mining-Prozess…

Sehen wir uns genauer an, was genau beim Mining mit der Blockchain passiert.

Wenn du das verstanden hast, bist du den meisten Usern von Kryptowährungen einen großen Schritt voraus.


Wir haben bereits gesehen, dass die Nodes und Miner zunächst alle relevanten Parameter für deine Transaktion überprüfen:

Passt dein Private Key zu deiner Public Address? Hast du genügend Coins, um die Transaktion durchzuführen?


Jetzt geht’s ans Eingemachte. Um den aktuellsten Datensatz der Blockchain, den neuesten Block, bearbeiten zu dürfen, müssen die Miner den Hash knacken, mit der dieser Block geschützt ist und der ihn mit dem vorherigen Block verknüpft.


Stell dir den kompletten Block wie ein komplexes Puzzle aus Hunderten von Zahlen und Buchstaben vor, bei dem ein einziges Puzzlestück fehlt.

Dieses letzte Puzzlestück müssen die Miner finden. Da eine Berechnung quasi unmöglich ist, probieren viele Miner gleichzeitig so lange verschiedene Puzzlestücke – sogenannte Nonces – aus, bis einer die richtige Nonce einsetzt.

Dieses letzte Puzzlestück ergibt dann zusammen mit allen anderen den Hash, also die richtige Zahlen- und Buchstabenkombination.


Je mehr Miner sich an der Aufgabe versuchen, desto schneller geht es. Damit der Vorgang immer ungefähr gleich lange dauert – bei Bitcoin sind das immer etwa 10 Minuten – muss der Hash je nach Kryptowährung bestimmte Bedingungen erfüllen.

Bei Bitcoin muss er z.B. immer mit einer bestimmten Anzahl von Nullen beginnen. Diese Bedingungen bestimmen die Schwierigkeit des Vorgangs, die sogenannte Mining Difficulty, und sie werden regelmäßig aktualisiert.


Sobald ein Miner die passende Nonce eingesetzt und den Hash entschlüsselt hat, wird dieser an alle anderen Miner weitergeleitet.

Deine Transaktion wird geprüft, bestätigt und zum Block hinzugefügt. Der Block wird mit dem Rest der Blockchain verknüpft, die nun wieder alle bis hierhin getätigten Transaktionen enthält.


Stell dir die Blockchain also wirklich wie eine lange Kette aus Datenblöcken vor.

Jeder Hash enthält gleichzeitig einen Teil des Hashs vom vorherigen Block, sodass alle Datenblöcke wie eine Kette verbunden sind.

Die Miner bearbeiten immer gemeinsam den letzten und aktuellen Teil dieser „Blockkette“, damit am Ende immer alle Teilnehmer mit derselben Transaktionshistorie arbeiten.

Kryptowährungen – Dein digitales Wallet…

Eine weitere wichtige Komponente für die Verwendung von Bitcoins ist die Wallet.

Aber aufgepasst: Streng genommen ist das keine digitale Geldbörse, denn deine Bitcoins werden sicher in der Blockchain gespeichert.

In deiner Wallet bewahrst du den Private Key auf, mit dem du auf die Blockchain und deine Bitcoins zugreifst.


Stell dir deine Wallet wie einen digitalen Schlüsselbund vor, in dem deine wichtigsten Passwörter gespeichert sind.

Das ist wie im echten Leben: Wenn du deine Wallet verlierst, verlierst du auch die Passwörter für die Systeme, zu denen du Zugang hattest.


Als Blockchain-User stehen dir verschiedene Arten von Wallets zur Verfügung:

Bei einer Paper-Wallet wird dein Private Key wirklich auf ein analoges Papierdokument gedruckt.

Das absolute Gegenstück dazu wäre die Mind-Wallet oder Brainwallet, bei der du deine Passwörter nirgends hinterlegst, sondern mithilfe von Eselsbrücken im Kopf trägst.

Bei einer Soft Wallet werden deine Private Keys extern in einer eigenen App gespeichert, und Hard Wallets sind externe physische Speichergeräte, die sich aber von klassischen Datenträgern wie USB-Sticks unterscheiden.


Dann gibt es noch die Möglichkeit, deine Private Keys von Drittanbietern in einer integrierten Wallet verwalten zu lassen.

Dieser Service wird z.B. von Exchanges angeboten. Exchanges sind digitale Handelsplattformen, auf denen du Einheiten deiner Kryptowährung kaufen und verkaufen kannst.

Am sichersten aber sind die sogenannten deterministischen Wallets.

Sie leiten nach jeder Transaktion eine neue Public Address von deiner individuellen Private Key ab, um die Sicherheit deiner Daten zu erhöhen.


Apropos Sicherheit – wie sicher ist die Blockchain denn nun? Kann sie gehackt werden?


Nein. Wir haben bereits zuvor gesehen, dass es unmöglich ist, von der Public Address eines Users auf dessen Private Key zurückzurechnen.

Es gibt zwar immer wieder Meldungen von Hacker-Angriffen im Zusammenhang mit Blockchains, aber die zielen immer auf individuelle Wallets oder Exchanges ab, die Private Keys verwalten.


Umso besser kannst du deine Private Key mit einer deterministischen Wallet schützen.

Dadurch, dass du nach jeder Transaktion eine neue Public Address erhältst, wird das Risiko eines Angriffs verschwindend gering.

Das ist, als würdest du für jede SEPA-Überweisung eine neue Kontonummer verwenden.

Technisch betrachtet werden deine Coins dadurch auf Hunderte verschiedene Konten aufgeteilt, die du alle mit deinem Private Key verwaltest.

So wird es für Außenstehende auch schwieriger herauszufinden, wie viel Geld du überhaupt besitzt.

kryptowährungen-verstehen

Kryptowährungen sind nahezu völlig anonym und transparent

Kritiker von Blockchains und Kryptowährungen bringen die Technologie immer wieder mit Kriminalität in Verbindung.

Die Anonymität des Zahlungsmittels lade quasi geradewegs dazu ein, fadenscheinige Geschäfte zu treiben.

Was ist an diesen Gerüchten dran?


Zunächst einmal sind Kryptowährungen an sich tatsächlich vollkommen anonym, genau wie sich das die Datenschützer gewünscht hatten.

Deine Public Address ist zwar bei jeder Transaktion für andere Teilnehmer sichtbar, aber dadurch, dass man von ihr weder auf deinen Private Key noch auf persönliche Daten wie dein Alter, deinen Namen oder dein Geschlecht schließen kann, lässt sich faktisch unmöglich herausfinden, wer hinter den Transaktionen steckt.

Damit ist das System grundlegend anonym.


Klingt alles, als ob gleich ein „aber“ käme? Stimmt.

Es gibt zwei Einschränkungen.

Zum einen finden Regierungen Vertrauen gut, aber Kontrolle besser.

Sie wollen die Anonymität, wo es geht, einschränken, um Geldwäsche, illegale Geschäfte und Terrorismus zu bekämpfen.

Darum schreiben sie Krypto-Dienstleistern wie den Exchanges vor, Passkopien ihrer Nutzer einzufordern.

So gesehen gibt es die 100%-ige Anonymität also nur in der Theorie.


Zum anderen wollte die Blockchain Community so viel Transparenz wie möglich schaffen, um bislang zentral gesteuerte Prozesse demokratisch zu dezentralisieren.

In der Blockchain kann jeder jede Transaktion in der Historie sehen – nur nicht, wer sie getätigt hat.

Damit sind Kryptowährungen transparent und anonym.

Gleichzeitig verwendest du als Nutzer mit deiner Public Address für jede Transaktion eine Art Pseudonym. Damit ist das System sozusagen „pseudo-anonym“.


Das ist ein bisschen so, als würdest du Bücher unter einem Pseudonym veröffentlichen. Je mehr Bücher du unter demselben Alias herausbringst, desto eher kann man in deinem Stil und deiner Wortwahl vielleicht doch ein paar Hinweise auf deine wahre Identität finden.

Ähnliches gilt für die Transaktionen in der Blockchain.

Du hinterlässt mit deiner Public Address Spuren, die man mit der richtigen Expertise zu Mustern und Indizien zusammenfügen kann.


Tatsächlich ist es so schon mehreren Regierungsbehörden gelungen, Personen zu überführen, die die Anonymität der Technologie wirklich für illegale Machenschaften wie Finanzverbrechen entfremdet haben.

2015 z.B. wurde Ross Ulbricht verhaftet, der Mitgründer des ersten virtuellen Schwarzmarkts Silk Road.

Die Ermittler überführten ihn mithilfe seiner Transaktionshistorie der Geldwäsche und des Drogenhandels. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.


Was heißt das nun alles? Was taugen die Kryptowährungen wie Bitcoin wirklich? Sind sie sicher und vertrauenswürdig? Werden sie sich durchsetzen?

Und v.a.: Sollte man in sie investieren?

Kryptowährungen als Investition?

Grundlegend gilt auch bei Kryptowährungen dasselbe wie immer beim Investieren:

Lass es ruhig angehen.

Überlege dir gut, was du mit deinem Geld machst. Mach dir bewusst, dass du immer alles verlieren kannst und investiere nur so viel, wie du im Zweifelsfall verschmerzen kannst.

Das gilt besonders für Technologien, von denen man noch nicht sicher sagen kann, ob sie sich durchsetzen.


Erinnern wir uns an die Zeit, in der das Internet aufkam. Man konnte nicht in das Internet selbst investieren, sondern nur in aufstrebende Unternehmen, die Anwendungen für das Internet entwickelten.

Kryptowährungen

Welche davon erfolgreich sein würden, konnte niemand sicher sagen. Unzählige Investoren haben Unmengen investiert, und am Ende sind gute 99% der Firmen gefloppt.


Genauso ist das heute mit der Blockchain.

Du kannst nicht in die Technologie oder das System selbst investieren.

Die Blockchain gehört niemandem, dem du Geld geben könntest. Du kannst nur in Kryptowährungen wie Bitcoin investieren, die die Blockchain nutzen.

Damals wie heute hättest du keine Gewissheit über deine langfristige Rendite.

Du müsstest versuchen, auf die Kryptowährung zu setzen, die sich am Ende durchsetzt.


Trotzdem sind Kryptowährungen eine Investition wert, weil sie eine interessante und wichtige Alternative zu klassischen Zahlungssystemen darstellen.

Wir werden nicht sofort und vielleicht sogar nie komplett auf Kryptowährungen umstellen, aber je stärker und attraktiver sie werden, desto größer ist die Konkurrenz für die zentralisierten Zahlungsmittel.

Traditionelle Banken werden über kurz oder lang mit guten Konditionen um ihre Kunden kämpfen müssen.

Wenn z.B. die Transaktionsgebühren oder Zinsen zu hoch werden, könnten mehr und mehr Menschen auf Kryptowährungen umsteigen.


So gesehen sind Kryptowährungen ein gutes und notwendiges Gegengewicht. Langfristig bleibt die entscheidende Frage, wie wir unser Kryptogeld wirklich im Alltag verwenden können.

Anno 2018 gab es zwar verschiedene Währungen wie Bitcoin, Ethereum oder XRP, aber nur relativ wenige Akzeptanzstellen – also Anbieter, bei denen man mit digitalen Coins bezahlen kann.

Daher wäre es ideal, wenn sich Kunden und Unternehmen auf eine Kryptowährung einigen könnten.

Diese Kryptowährung würde mit der Zeit an immer mehr Orten akzeptiert und könnte sich als alltagstaugliches Zahlungsmittel durchsetzen.


Ob das gelingt und welche Kryptowährung das wäre, wird die Zukunft zeigen. Du musst also selbst entscheiden, ob du investieren willst.

Zusammenfassung:

Kryptowährungen sind dezentral organisierte Zahlungsmittel, deren Verwaltung und Handel auf der revolutionären Blockchain-Technologie basieren.

Das Herzstück eines Blockchain-Systems ist eine Transaktionshistorie, die jederzeit von allen Mitgliedern eingesehen werden kann und alle bisherigen Transaktionen enthält.

Das macht sowohl das System als auch die Zahlungsmittel transparent, demokratisch und vertrauenswürdig. Noch können wir nicht wissen, welche Kryptowährung sich am Ende durchsetzt, aber vieles spricht dafür, dass ihr die Zukunft gehört!


Was du konkret umsetzen kannst:


Steig ein ins Krypto-Business.


Wenn du das nächste Mal ein bisschen Geld auf der Kante hast, das du investieren willst, dann trau dich und steig einfach in den Blockchain-Markt ein.

Teile deinen Investitionsbetrag in drei Tranchen auf.

Investiere den ersten Teil sofort in die Coins verschiedener großer Kryptowährungen. Investiere den zweiten Teil genau dann, wenn der Krypto-Markt gerade einen Dämpfer erleidet und viele Leute verkaufen.

Investiere den dritten Teil in der nächsten Krise.

So investierst du im Gegensatz zur stimmungsanfälligen Masse antizyklisch und trotzdem strategisch.

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